Dr. med. Thomas Turczynsky ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezieller Schmerztherapeut und seit mehr als 15 Jahren erfahrener Stoßwellenspezialist.

Die klassische (fokussierte) Stoßwellentherapie

(Extrakorporale Stoßwellentherapie, ESWT)


Akute und chronische Weichteilschmerzen am Haltungs- und Bewegungsapparat können mit der fokussierten Stoßwellentherapie behandelt werden. Patienten kann mit Hilfe von hochenergetischen Schallwellen eine Operation erspart werden. Zahlreiche Studien belegen, dass mittels Stoßwellen physiologische Erkrankungen, wie Verkalkung und ihre spezifischen Schmerzen erfolgreich behandelt werden können. Die Stoßwellentherapie ist eine nichtinvasive Behandlungsmethode, die ein breites Spektrum an Indikationen abdeckt. Dabei kommen verschiedene Technologien und Geräte zum Einsatz. Zusätzlich können mit der fokussierten Triggerpunkt-Stoßwellentherapie bestimmte Triggerpunktregionen behandelt werden. Auch die Kombination kann sinnvoll sein.

Stoßwellen
Wie entstehen Stoßwellen?

Bei der fokussierten Stoßwellentherapie werden mechanische Wellen, ähnlich dem Ultraschall, jedoch mit hoher Frequenz und Energiedichte eingesetzt. Sie entstehen durch Verdampfung von Wasser, die über eine Funkenentladung in Gang gesetzt wird.

Die Stoßwelle wird in einer speziellen Apparatur außerhalb des menschlichen Körpers erzeugt und innerhalb eines Brennpunktes (Ort der Wirkung) im Körper gebündelt. Hier entfaltet sie ihre Wirkung, ohne dabei die Haut zu verletzen. Stoßwellen werden seit vielen Jahren in der Urologie zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt und haben sich dort mehrfach bewährt. Neben ihrer mechanischen Kraft, die zur Therapie eingesetzt wird, sind keine Nebenwirkungen bekannt.

Therapie
Wie funktioniert die Therapie?

Während Sie entspannt auf einer Behandlungsliege platz genommen haben wird der Schallwellenkopf mit seinem Fokus (in dem die höchste Energiedichte der Schallwellen vorliegt) an dem Ort der Störung platziert. Zur Behandlung werden je nach Indikation 450 bis 2.000 Stoßwellen appliziert, die mit einer Frequenz von 4 bis 8 Stößen pro Sekunde abgegeben werden. Die Ortung erfolgt über einen Röntgen-C-Bogen oder über Laser, so dass die Stoßwellen präzise an der erkrankten Stelle wirken. Dadurch kommt es zu einer Aktivierung und Beschleunigung von Heilungsvorgängen. Im Knochen kommt es zu einer Knochenneubildung. Verkalkungen in Sehnen können sich auflösen und chronische Schmerzzustände, möglicherweise durch eine direkte Wirkung auf die Schmerzfasern, beseitigt werden. Die Stoßwellentherapie ist nichtinvasiv. Daher werden dem Patienten die Belastungen eines chirurgischen Eingriffs erspart. Konkret: Es entstehen keine Operationsnarben und postoperativen Infektionsgefahren.

Ablauf
Wie ist der Therapieablauf?

In der Regel wird die Behandlung mit lokaler Anästhesie durchgeführt und dauert zwischen 5 und 20 Minuten. Nach einer kurzen Ruhe- und Beobachtungsphase kann der Patient wieder nach Hause gehen.

In seltenen Fällen tritt einige Stunden nach der Behandlung ein lokaler Schmerz auf. Ist dies der Fall, sollte der Patient kühlende Umschläge machen und eine Schmerztablette zur Einnahme bereithalten. Selten treten Blutergüsse auf, die nach einigen Tagen abklingen.

Weitere Nebenwirkungen traten bisher nicht auf. In der Regel sind 1 bis 3 Behandlungen im Abstand von ca. 4 Wochen für eine erfolgreiche Therapie ausreichend. Dem Patienten wird empfohlen, sich mit allen Fragen an seinen behandelnden Arzt zu wenden.

Dauer
Wie lange dauert die Behandlung?

Die Behandlungsdauer ist abhängig von Ihrem Krankheitsbild und kann daher variieren. In der Regel erfolgt die Therapie stets ambulant und dauert ca. 5 – 20 Minuten. Nach unserer Erfahrung genügen allerdings drei bis max. fünf Behandlungen im Abstand von einer Woche.

Bitte beachten!
Für wen ist die Stoßwellentherapie nicht geeignet?

Sollten Sie unter einer akuten Infektion leiden, ein Tumorleiden haben, schwanger sein oder blutverdünnende Medikamente (z.B. Marcumar, Plavix) nehmen, dann ist eine Durchführung der Stoßwellentherapie leider nicht möglich.

Folgende Beschwerden können mit der fokussierten Stoßwellentherapie behandelt werden:
Medizinische Bezeichnung Allgemeiner Sprachgebrauch
Achillodynie Schmerzhafte Achillessehne
Bursitis subacromialis Schleimbeutelentzündung an der Schulter
Bursitis trochanterica Schleimbeutelentzündung am seitlichen Oberschenkel
Dorsaler Fersensporn Dorsaler Fersensporn
Epicondylitis humeri radialis Tennisarm
Epicondylitis humeri ulnaris Golferarm
Haglund-Ferse Verkalkung am Achillessehnenansatz
Osteochondrosis dissecans Gelenkmaus, Knochennekrose
Plantarfasziitis Fersensporn
Pseudarthrose Verzögerte Knochenbruchheilung
Tendinitis calcarea Kalkschulter